PRESSEMITTEILUNG
Traglinge e.V. erhält den „Volunteer Award“ der Deutschen Bank Mitarbeiterpreis für soziales Engagement in Höhe von 5.000 EUR wird am 28. Februar durch Josef Ackermann in Frankfurt übergeben
Berlin, 27. Februar 2012. „LebensAngst“, diesen Titel gab Katja Mahn, Mitarbeiterin im Deutsche Bank Konzern, dem von ihr eingereichten Projekt beim „Volunteer Award“, dem erstmals ausgerufenen Mitarbeiterpreis für soziales Engagement. Sie weiß genau, wovon sie spricht. Die Mutter des im sechsten Schwangerschaftsmonat geborenen 690 Gramm leichten Matthis nahm diese Grenzerfahrung zum Anlass, sich mit den Schicksalen schwerkranker Kinder und deren Familien zu beschäftigen, und gründete 2009 zusammen mit der Kinderkrankenschwester Christina Hartmann den Verein Traglinge e.V.
Unter dem Motto „Brücken bauen, bis das Leben gelingt“ kümmert sich Traglinge e.V. um die Nachsorge für Frühgeborene, chronisch und schwerkranke Kinder und deren Familien. Der Verein weiß um die Ängste und Sorgen vieler Eltern, die ihr Frühchen oder chronisch krankes Kind nach dem oft wochen- oder monatelangen Klinikalltag plötzlich zu Hause haben. Ein professionelles Nachsorgeteam aus Kinderarzt, Kinderkrankenschwester, Psychologe und Sozialpädagoge steht den Eltern nach der Entlassung des Kindes aus der Klinik drei Monate lang ambulant zur Seite.
„Die Auszeichnung ermöglicht es uns, acht aktuell von den Krankenkassen abgelehnte Familien weiterhin zu betreuen“, sagt Katja Mahn. „Außerdem möchten wir eine Betreuungsgruppe für Geschwisterkinder aufbauen . Dieses zunächst zurückgestellte Ziel hoffen wir ebenfalls bald umsetzen zu können“.
„LebensAngst“ wurde von mehr als 9.000 Mitarbeitern des Deutschen Bank Konzerns mit deutlichem Vorsprung aus mehr als 120 eingereichten Projekten gewählt. Den Scheck in Höhe von 5.000 EUR wird Katja Mahn am 28. Februar aus der Hand von Josef Ackermann entgegennehmen.
PRESSEMITTEILUNG
Unsere Mission:
Wenn plötzlich alles anders wird… Brücken bauen, bis das Leben gelingt
Traglinge e.V. kümmert sich um die Nachsorge für Frühgeborene, chronisch und schwerkranke Kinder und deren Familien. Denn ist ein Kind von einer schweren oder chronischen Erkrankung betroffen oder kam als sehr kleines Frühchen auf die Welt, verändert sich das Leben der betroffenen Familien dramatisch: Von einem Moment zum anderen ist deren Alltag von der unbekannten Welt der Intensivmedizin, der Auseinandersetzung mit Krankheit und Therapien, von täglichen Fahrten ins Krankenhaus und vor allem von der großen Sorge um ihr Kind bestimmt. Diese hört mit der Entlassung nach Hause nicht auf – im Gegenteil: Nach oft langer intensivmedizinischer Betreuung auf sich allein gestellt zu sein macht Angst und hilflos.
Hier setzt Traglinge e.V. an: Ein professionelles Nachsorgeteam aus Kinderarzt, Kinderkranken-schwester, Psychologe und Sozialpädagoge steht den Eltern nach der Entlassung des Kindes aus der Klinik drei Monate lang ambulant zur Seite. Eine auf die Bedürfnisse der Familie individuell abgestimmte Betreuung reicht von der Anleitung zur Pflege und praktische Unterstützung über die psychologische Betreuung in Krisensituationen bis hin zur Vermittlung von Kontakten zu Ärzten, therapeutischen Einrichtungen und anderen Betroffenen: ein Hilfenetzwerk wird gestrickt. Diese Hilfe zur Selbsthilfe lässt in dieser hochbelasteten Zeit Sicherheit und Selbstvertrauen entstehen, um den Alltag künftig eigenverantwortlich meistern zu können.
Traglinge e.V. berät die Eltern auch bei sozialrechtlichen und finanziellen Fragen. Die Begleitung einer Familie über drei Monate kostet 1.600 Euro. Sie ist so professionell ausschließlich im Ehrenamt nicht mehr zu leisten. Da die sozialmedizinische Nachsorge zwar eine Regelleistung der Krankenkassen ist, es gerade in Berlin aber eine immens hohe Ablehnungsquote gibt, ist Traglinge e.V. dringend auf Spenden angewiesen.
PRESSEMITTEILUNG
Traglinge e.V. als Leistungserbringer der gesetzlichen Krankenkassen offiziell anerkannt.
Dennoch bleibt Problematik hoher Ablehnungsraten bestehen.
Berlin, 16. Januar 2012. Der Berliner Verein Traglinge e.V., der Frühgeborene, schwer oder chronisch kranke Kinder und deren Familien nach der Klinikentlassung durch eine bedarfsgerechte Nachsorge unterstützt, ist nun rückwirkend zum 30. November 2011 offiziell als Leistungserbringer für sozialmedizinische Nachsorge anerkannt worden.
Christina Hartmann, Leiterin der Nachsorgeeinrichtung: „Die offizielle Anerkennung als Leistungs-erbringer der gesetzlichen Krankenkassen ist ein immens wichtiger Schritt für uns. So ist die Bewilligung der Leistungsanträge bei den Krankenkassen noch immer unsere größte Hürde, wenn es darum geht, betroffenen Familien zu helfen.
In Berlin-Brandenburg betrug die Ablehnungsrate im Jahr 2011 ca. 35 Prozent. Die Absage der Krankenkassen kommt häufig erst nach geleisteter Arbeit. Ohne Spenden könnten wir eine Versorgung nicht gewährleisten.
So haben wir trotz dieses wichtigen Schrittes noch einen weiten Weg vor uns. Die zentrale Bedeutung der Nachsorge als Lückenschluss zwischen Klinik und ambulanten Bereich hat bei weitem noch keinen festen Platz im Bewusstsein der Kostenträger und der Öffentlichkeit. Der Bedarf ist hoch. Wir werden deshalb weiter für die Lösung dieser Problematik kämpfen.“



